Ein Märchen mit offenem Ende
Die Mannschaft hat es leider verpasst, den Ligaerhalt aus eigener Kraft sicherzustellen. Eigentlich war alles angerichtet für den letzten Schritt in diesem Fussballmärchen. Das Team wusste um die Bedeutung der Partie, hatte sich intensiv vorbereitet und wollte die aussergewöhnliche Aufholjagd mit einem weiteren Erfolg beenden. Auf dem Platz gelang es jedoch nicht, die Leistung abzurufen, welche die Mannschaft in den vergangenen Wochen ausgezeichnet hatte.
Der SC Cham war über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft, trat präsenter und entschlossener auf und hat sich den Sieg verdient. Während unser Team in den vergangenen Wochen immer wieder Lösungen gefunden hatte, fehlten an diesem Samstag die Überzeugung, die Energie und die Leichtigkeit, welche die Rückrunde geprägt hatten.
Gleichzeitig gewann Südstern in der anderen Gruppe sein Spiel. Dadurch steht der FC Meggen zwar sportlich über dem Strich, wird aktuell aber dennoch auf einem Abstiegsplatz geführt.
Trotz aller Enttäuschung darf eines nicht vergessen werden: Was diese Mannschaft und der gesamte Staff in den vergangenen Monaten geleistet haben, ist aussergewöhnlich.
Als viele den FC Meggen im Winter bereits abgeschrieben hatten, begann eine Aufholjagd, die wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Woche für Woche stand die Mannschaft unter Druck. Woche für Woche musste sie liefern. Und Woche für Woche fand sie einen Weg. Rückstände wurden aufgeholt, wichtige Spiele gewonnen und scheinbar aussichtslose Situationen gemeistert. Aus einer Mannschaft, die von vielen bereits als sicherer Absteiger betrachtet wurde, entstand eine Einheit, die plötzlich wieder vom Ligaerhalt träumen durfte.
Hinter dieser Entwicklung steckt enorm viel Arbeit. Trainerstaff, Mannschaft und Sportgremium investierten unzählige Stunden, glaubten an den gemeinsamen Weg und kämpften bis zum Schluss für das grosse Ziel. Genau deshalb wäre es falsch, die gesamte Rückrunde nun an diesem einen Spiel zu messen. Die Enttäuschung über den Samstag ist gross. Die Leistungen der vergangenen Monate werden dadurch aber nicht kleiner. Im Gegenteil: Was Mannschaft und Staff seit dem Winter geleistet haben, sucht im Amateurfussball wohl seinesgleichen. Unabhängig davon, wie die Geschichte ausgeht, hat diese Mannschaft bereits jetzt etwas Aussergewöhnliches erreicht.
Ein besonderer Dank gilt allen, die die Mannschaft unterstützt und an sie geglaubt haben. Egal ob auf der Hofmatt oder aus der Ferne, die Unterstützung in den vergangenen Wochen war beeindruckend und ein wichtiger Teil dieser Aufholjagd.
Die aktuelle Situation hängt direkt mit der 2. Liga interregional zusammen. Mit dem FC Emmenbrücke steht bereits ein Innerschweizer Absteiger aus der 2. Liga interregional fest. Sollte mit Hergiswil ein zweiter Innerschweizer Verein den Gang in die 2. Liga regional antreten müssen, hätte dies direkte Auswirkungen auf die IFV-Ligen.
In diesem Fall würden aus der IFV-2.-Liga drei Mannschaften absteigen. Dadurch erhöht sich die Anzahl Absteiger aus der 3. Liga auf sieben Teams. Der FC Meggen ist aktuell der schlechtestplatzierte Viertletzte aller Gruppen und würde deshalb trotz Rang 10 momentan absteigen.
Durch den Rückzug von AS Castello ergibt sich jedoch eine neue Ausgangslage. Da dadurch nur noch der schlechteste Gruppenviertletzte aller fünf Gruppen der 2. Liga interregional absteigt, sind die kommenden Resultate in dieser Liga für den FC Meggen von grosser Bedeutung.
Die wichtigste Voraussetzung für jede Hoffnung ist jedoch klar: Hergiswil muss sein Spiel gegen Emmen gewinnen. Ohne einen Sieg von Hergiswil sind sämtliche weiteren Szenarien bedeutungslos.
Sollte Hergiswil gewinnen, darf zusätzlich Klingnau nicht gewinnen und Rothrist muss verlieren. In diesem Fall könnte Hergiswil den direkten Ligaerhalt schaffen.
Der Blick auf die anderen Gruppen erübrigt sich dabei. Hergiswil kann als Viertletzter im besten Fall einen Punktekoeffizienten von 0,96 erreichen (25 Punkte aus 26 Spielen). In allen anderen Gruppen wird der Viertletzte jedoch einen Koeffizienten von über 1,0 aufweisen.
Dies gilt auch für die Gruppe 1. Dort wurden sämtliche Spiele gegen Olympique de Genève FC mit 0:0 Toren und 0 Punkten als nicht gespielt gewertet. Faktisch handelt es sich somit um eine Gruppe mit nur 13 Mannschaften und einer maximalen Anzahl von 24 gewerteten Spielen. Mit mindestens 25 Punkten aus diesen 24 Partien wird der Viertletzte dieser Gruppe ebenfalls einen Koeffizienten von über 1,0 erreichen.
Genau für solche Konstellationen verweist Artikel 10.3.2 der SFV-Ausführungsbestimmungen auf den Punktekoeffizienten. Dort wird ausdrücklich festgehalten, dass für den Vergleich nur die tatsächlich gespielten und gewerteten Partien berücksichtigt werden. Für die Mannschaften der Gruppe 1 werden deshalb 24 und nicht 26 Spiele als Grundlage herangezogen.
Damit ist klar: Hergiswil kann den Ligaerhalt nur noch über die eigene Gruppe schaffen. Sollte dies gelingen, wäre gleichzeitig auch die Hoffnung des FC Meggen auf den Ligaerhalt weiterhin intakt. Gelingt es Hergiswil nicht, die nötigen Resultate zu erzielen, steht auch der Abstieg des FC Meggen fest.
Alles etwas kompliziert, doch genau so sehen die aktuellen SFV-Reglemente und Abstiegsmodalitäten aus.
Am nächsten Samstag um ca. 20:00 Uhr wissen wir mehr.