, Benno Thalmann

2. Mannschaft: Bittere Niederlage trotz guten Ansätzen

Bei optimalen äusseren Bedingungen (kühle Temperatur; satt grüner, feuchter Rasen) spielte die zweite Mannschaft des FC Meggens am Samstagabend Zuhause gegen den FC Brunnen.

Nach zuletzt nach unten zeigender Tendenz mit nur einem Punkt aus den letzten beiden Spielen wollte die Megger Mannschaft eine Trendwende einleiten und mit einem Dreier den Befreiungsschlag landen. Kein Aufwand wurde vom dynamischen Trainerduo Meeuwsen/Steiger gescheut um eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen: Der zuletzt Ferienabwesende Portmann konnte auffällig passend auf einen Flieger gebucht werden, sodass er kurz vor dem Anpfiff auf der Hofmatt eintraf. Und auch die medizinische Abteilung des FCMs leistete exzellente Arbeit, sodass die Langzeitverletzen Arnet und Thalmann wieder in die Startelf gesund gepflegt werden konnten. «Absolut fantastisch wieder dabei zu sein», erklärt uns Captain Arnet, «ohne die gelebte Professionalität der medizinischen Abteilung wäre dieses Comeback nicht möglich gewesen. Ich bin zuversichtlich, dass all die anderen Verletzten unserer Mannschaft die gleiche Behandlung erfahren und auch bald wieder fit sein werden.» Im gewohnten 4-4-2 nahm das Megger Kollektiv den Match in Angriff und war bereit, zum Siegen zurück zu kehren.

Resultat-technisch enttäuschende erste Halbzeit

Die Megger erwischten einen Blitzstart: nach nur vier Minuten setzte der pfeilschnelle Taddese den gegnerischen Torwart unter Druck und konnte, nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit, von einem Fehler eines Keepers profitieren und zur 1:0 Führung einnetzen. Obligat für ein 5. Liga Spiel gab es auch wieder einen Verletzten, dieses Mal traf es den Referee. Der sonst solide Schiri prallte mit einem Spieler des FC Brunnen zusammen und musste sich auf der Megger Bank behandeln lassen, konnte dann aber das Spiel zu Ende pfeifen.

Doch zurück zum Spielerischen: der Auftritt des FCMs gefiel, der Ball zirkulierte sicher in den eigenen Reihen, der Einsatz stimmte und die Gegner aus dem Kanton Schwyz hatten kaum Ballbesitz. Obwohl wenig gute Chancen aus Megger Sicht herausgespielt wurden, konnten die Zuschauer ein überlegenes Heimteam beobachten. Mit dem Ausbleiben der Torszenen verfiel das «Zwöi» jedoch in eine unnötige Nervosität. Die soeben gelobte Sicherheit und Souveränität ging abhanden und die vielen Vorsätze von vor dem Spiel wurden aufgeben: unnötige Ballverluste, viele hohe Pässe ins Niemandsland und eine negative Grundstimmung schlich sich in den Kader. «Im mentalen Bereich ist mein Name leider noch nicht Programm, da können wir uns sicher noch steigern», meint Trainer Steiger, «wir haben viele neue Spieler, wo sicherlich auch fehlende Erfahrung ein Thema ist.»

Die abgelegte Coolness der Megger zementierte sich dann ab der 30. Minute, als ein alter Bekannter die Bühne betrat: «Die FC Meggen Kopfballschwäche». Es gibt viele Stärken, die das Megger Ensemble seit Jahren lebt, doch das Verteidigen von Standards gehört leider nicht dazu. Und so fing sich der FCM in der 35., 42. und 44. Minute gleich drei Treffer nach zwei Eckbällen und einem Freistoss der Brunner.«Wer keine Standards verteidigen kann, muss halt cleverer spielen und die Zweikämpfe, weit weg vom eigenen Tor, gewinnen. Meiner Meinung nach könnten wir die Situationen besser lösen, sodass wir gar keinen Eckball oder Freistoss verursachen», bestätigte unsere Ansicht Torwart Haefeli, der zwar zur Pause drei Mal schuldlos hinter sich greifen musste, aber ansonsten wieder einmal eine tadellose Performance auf den Platz brachte.

Unterhaltsame zweite Halbzeit mit vielen Geschenken

Wieder kamen die Megger zu Beginn besser aus der Kabine, nach gerade mal drei Zeigerumdrehungen in der zweiten Hälfte konnte Captain Arnet den Anschlusstreffer zum 2:3 erzielen, das Spiel schien wieder offen und Meggen tendenziell das bessere Team. Dies bewiesen die Hausherren auch, indem sie im Gegensatz zur ersten Halbzeit mehrere gute Chancen herausspielten. Haas konnte alleine auf den Torwart ziehen, doch die vielen Stunden Training beim Arschball Spielen zahlten sich nicht aus, da er es mit einem Lupfer versuchte. Auch Heini hatte einen Hochkaräter auf dem Fuss, scheiterte aber ebenfalls am Brunner Schlussmann. Und so bewahrheitete sich wieder einmal eine alte Fussballweisheit «wer sie vorne nicht macht, bekommt sie hinten»: nach einem Konter wurde ein Brunner Flügelspieler gekonnt bedient. Dieser schien, anders als Haas zuvor, die Arschball Sequenzen nicht vergessen zu haben und lupfte kaltschnäuzig zum 2:4.

Das Spiel war glücklicherweise aber noch nicht entschieden und entwickelte sich zu einem Drama für die Heimfans. Mit einem beherzten Schuss kurz vor dem Sechzehner erzielte abermals Arnet den Anschlusstreffer zum 3:4. Der Schuss der Marke «haltbar» markierte den zweiten Aussetzer vom Brunner Torhüter. Und als stünde Weihnachten bereits vor der Tür ging das Geschenkeverteilen nun auf der Gegenseite munter weiter als ein Megger Verteidiger im Strafraum den Ball vertändelte. Der gegnerische Spieler bekundete keine Mühe den Ball im Tor unter zu bringen und mit dem 3:5 nach 70 Minuten war der Drops nun gelutscht, denn Meggen war zu keiner Reaktion mehr fähig und das letzte Aufbäumen des Heimteams wurde nicht belohnt. «Viel Licht und Schatten. Wir hatten gute Ansätze, spielten einen konstruktiven Fussball und konnten Chancen kreieren. Doch wer solch einfache Gegentore kassiert, hat es nicht verdient zu gewinnen», gibt uns Mittelfeldmotor Rhyn nüchtern nach dem Abpfiff zu Protokoll. Eine ehrliche Antwort, derer nichts mehr hinzuzufügen ist.

Positiv erwähnenswert bleibt, dass an diesem Abend trotz der bitteren Niederlage des FCMs das Fairplay hochgehalten wurde. Bis spät nach dem Spiel tranken Spieler beider Teams zusammen ein oder zwei freundschaftliche «Getränke» und es wurden auch einige Lebensweisheiten ausgetauscht. Nächste Woche geht es für das «Zwöi» zu Tabellenschlusslicht Baar, die Wichtigkeit dieses wegweisenden Spieles sollte jedem Anhänger der Megger Truppe bekannt sein, wenn die Megger Mannschaft in der Meisterschaft noch etwas reissen will.